Zirkusluft geschnuppert

Manege frei für die Grebenauer Grundschüler: Im Zirkuszelt ist was los, zum einen die Ziegendompteuere, Fakire zum anderen die „schwebenden Männer“ aus dem Publikum.

 

GREBENAU - (red). Was kann es an einem heißen Sommertag wohl Schöneres geben als einen Besuch im Zirkus? Ganz einfach: fast eine Woche Zirkus! Oder noch besser: nicht nur zuschauen, sondern mitmachen. Genau das konnten die 79 Kinder der Astrid-Lindgren-Schule in Grebenau, denn der Projektzirkus Hein, der auf die Arbeit mit Kindern in der Manege spezialisiert ist, machte Stopp im Gründchen und ließ die Schüler im Alter von 5 bis 10 Jahren Zirkusluft schnuppern und nicht nur das: Drei Aufführungen bestritten die jungen Artisten nach zwei Tagen Artistenausbildung. In glitzernden Kostümen und mit strahlenden Augen standen sie vor sicher 500 Gästen, die selbst kaum glauben konnten, wie aus normalen Jungs und Mädchen selbstbewusste Zirkuskünstler wurden.
Gemeinsam mit ihrem Team war Schulleiterin Susanne Sündermann-Otto begeistert von diesen ungewöhnlichen Tagen in ihrer Grundschule: „Es war so schön zu sehen, wie selbst die kleinsten Schüler aus der Eingangsstufe mitgefiebert und sich getraut und die Großen die Kleinen unterstützt haben“, freut sich die Pädagogin, die den Ansatz der Familie Hein lobt: „Sie haben es geschafft, den Kindern in kurzer Zeit Selbstvertrauen für etwas Neues, Unbekanntes zu geben, sie haben sie motiviert, vor Publikum aufzutreten, und das alles ging absolut diszipliniert, organisiert und auch ernsthaft vonstatten.“ Dass dabei der Spaß im Vordergrund stand, das war an den strahlenden Gesichtern der Kinder abzulesen.
 
„Den Kindern zu zeigen, was alles in ihnen steckt, ist ein Teil unserer Aufgabe als Projektzirkus“, erklärt René Warkus. Er ist der Mann der Zirkusdirektorin Mariana Warkus, die als geborene Hein einer bekannten Zirkusfamilie angehört. Ihre Eltern hatten den Projektzirkus vor zehn Jahren gegründet, sie selbst stieg als ausgebildete Artistin mit ein und leitet den Zirkus inzwischen selbst. Ihr zur Seite stehen neben ihrem Mann und dem Sohn Maximilian sechs ausgebildete Artisten, die sich auf den Umgang mit Kindern spezialisiert haben, und nicht nur Clownerie, Akrobatik, Tierdressur, Jonglage, Moderation und Zauberei unterrichten, sondern auch Teamarbeit, Disziplin, Selbstständigkeit, Vertrauen, Sauberkeit und Höflichkeit. „Wir möchten hier Werte vermitteln, die für die Arbeit im Zirkus, aber auch für das Zusammenleben außerhalb der Manege unerlässlich sind“, gibt René Warkus an. Dass dazu viel Fingerspitzengefühl, Wertschätzung und Freude am Umgang mit den Kindern gehören, liegt für ihn auf der Hand. Und so haben am Ende alle etwas von diesen Tagen, in denen sogar ein veritables Zirkuszelt, ein 20-Meter-Chapitau, auf dem Amthof errichtet wurde –mit viel Hilfe und Unterstützung, wie sowohl die Familie Warkus als auch die Schulleiterin betonen: Finanziert vom Förderverein der Schule und vom Schulelternbeirat, wurde das Projekt erst möglich. Die Vorbereitungen in Grebenau wurden unterstützt von der Stadt Grebenau, vom Bauhof, von der Feuerwehr, den Lehrkräften und vielen Eltern, die beim Aufbau des Zirkuszeltes mithalfen und dabei schon mal vorab den magischen Zirkusduft, dieses besondere Gemisch aus Holzspänen und Popcorn, aus Zuckerwatte und Zirkustieren, atmen durften. Und dann war es auch bald soweit: Dreimal hieß es „Mange frei“ in Grebenau: Perfekt geschminkt in unglaublich schönen Kostümen betraten 79 Kinder das Zirkuszelt, und die jungen Moderatoren sagten ein Highlight nach dem anderen an: Fakire und Schlangentänze, Trapezkünstler und Zauberer, Clowns und Akrobaten, Trapezkünstler und Seiltänzer, Ziegen- und Taubendresseure. Sie zeigten Witz und präsentierten Geheimnisse.

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