Kulturträger seit 70 Jahren

 

REIMENROD (red). Mit dem 70-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Reimenrod am Wochenende war auch der Stadtfeuerwehrtag verbunden. Im Laufe des Nachmittags fand eine Großübung der Feuerwehren der Stadt Grebenau statt. Ihr schloss sich die Jahreshauptversammlung der Gründchenwehren an. Zum Kommers konnte Vorsitzender Alexander Bock zahlreiche Gäste und Besucher begrüßen. Unter ihnen waren Bürgermeister Lars Wicke, Ortsvorsteher Gerhard Agel, Stadtbrandinspektor Michael Jahnel, Ehrenbürgermeister der Stadt Grebenau Jürgen Ackermann, Pfarrer Toralf Kretschmer und Kreisbrandinspektor Dr. Holland. Zunächst gab der Vorsitzende Bock einen Rückblick über die vergangenen 70 Jahre. Die Wehr in Reimenrod wurde am 29. August 1949 im Gasthof Rinner von 19 Männern aus dem Ort ins Leben gerufen. Heute gehören der Feuerwehr 66 Mitglieder an, was eine stolze Zahl für einen kleinen Ort sei. Die Ortsbrandmeister oder Wehrführer waren: Ernst Becker, Richard Büttner, Willi Schwalm, Uwe Büttner, Richard Schwalm, Jörg Noll und amtierend Hendrik Schwalm. Bereits im Jahr 1984 erfolgte die Trennung der Ämter von Wehrführer und Vorsitzenden, führte Bock aus. Es wurde auch nochmals an die Wettkampfglanzzeiten erinnert. In den 1970er Jahren nahm man unter der Regie vom damaligen Wehrführer Willi Schwalm mit einer Männer- und Damenwettkampfgruppe mit tollen Ergebnissen bei Turnieren teil. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Feuerwehr zum größten und einzigen Kulturträger des Ortes. Wandertage, Ausflüge, und andere Aktivitäten prägen das Dorfleben.

Ortsvorsteher Gerhard Agel meinte, dass so eine aktive Wehr eine entsprechende Jubiläumsfeier verdient habe. Wie Bock zuvor stellte er die Wehr als den Kulturträger der Ortschaft in den Mittelpunkt. Neben den Veranstaltungen, die sie ausrichte, habe sie auch Patenschaften von der Gemeinde übernommen. So kümmere sie sich um die Pflege des Spielplatzes, Grillhütte, Dorfteich und um das Dorfgemeinschaftshaus. Durch all diese Maßnahmen spare die Stadt viel Geld. Der stellvertretende Wehrführer Florian Krasel bescheinigte der Freiwilligen Feuerwehr Reimenrod eine gute Kameradschaft untereinander. Neun Prozent aller Einwohner seien aktive Feuerwehrleute. Im Anschluss übermittelte Ehrenbürgermeister Jürgen Ackermann die Glückwünsche und Grüße von Landrat Manfred Görig (SPD) und seine eigenen sowie von den Mitgliedern des Kreisausschuss Vogelsbergkreises. Ackermann freute sich über die große Anzahl der Festgäste. Sie bewiesen mit ihrer Anwesenheit die hohe Wertschätzung gegenüber der Wehr. 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr dokumentiere 70 Jahre gute Kameradschaft und freiwillige Pflichterfüllung für die Allgemeinheit bei der Abwehr der Gefahren. Das Jubiläum führe vor Augen, dass es zu jeder Zeit verantwortungsbewusste Menschen gibt und gegeben habe, die einen Teil ihrer Freizeit in den Dienst der Gemeinschaft stellen. „Unsere Feuerwehren sind für mich die größte und segensreichste Bürgerinitiative, die wir in unserem Lande haben. Wir können stolz sein auf die beispielhafte ehrenamtliche Organisationsstruktur, die innerhalb kürzester Hilfsfristen wirkungsvolle Schadensbekämpfung ermöglicht“, betonte Ackermanns.

Bürgermeister Wicke (Freie Wähler) gratulierte dem Geburtstagskind, das in Reimenrod die Gesellschaft seit 70 Jahren präge. Er führte aus, dass die Freiwillige Feuerwehr, die an sie herangetragenen Aufgaben zuverlässig meistere. Sein Credo: Reimenrod ist die Feuerwehr und die Feuerwehr ist Reimenrod. Der Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland hob hervor, dass die Brandschützer in Reimenrod einen hohen Stellenwert genießen. Stadtbrandinspektor Michael Jahnel sagte, dass die Einsatzkräfte ihren wichtigen Dienst oft unbemerkt leisteten. Umso wichtiger seien Jubiläumsfeiern, wie das jetzige, um den Wert der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren angemessen zu würdigen. Die Aufgabenstellungen seien heute so aktuell wie in den Gründungstagen, denn Feuerschutz und Brandbekämpfung seien heute wie damals Aufgaben von hohem Rang. Mitgliederstarke Ortsvereine seien mit ihren leistungsbereiten Einsatzkräften und Helfern tragende Säulen.

 

Ehrungen

Zum Schluss Festkommerses konnte Vorsitzender Alexander Bock dem einzig noch lebenden Gründungsmitglied Ernst Becker unter großem Beifall die Urkunde für 70 Jahre Mitgliedschaft überreichen. Lothar Naumann und Gerhard Agel wurden in Anerkennung besonderer Verdienste im Brandschutzwesen vom Kreisfeuerwehrverband mit einer Urkunde und der Ehrennadel in Silber (Naumann) und Gold (Agel) ausgezeichnet.

 

Quelle: Oberhessische Zeitung

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