54 Euro jährlich für treue Begleiter

In Grebenau muss eine Neusatzung der Hundesteuer auf den Weg gebracht werden.  Foto: Krämer

 

Die Stadt Grebenau hat ihre Hundesteuer angepasst. Nun muss pro Hund 54 Euro bezahlt werden, Kampfhunde kosten sogar 660 Euro pro Jahr.

REIMENROD - Die Neufassung über die Erhebung der Hundesteuer, Beauftragung eines Masterplanes für die Verlegung von Leerrohren zum "Schnellen Internet", Anfrage zur Familienförderung im Gründchen und Mitteilungen von Bürgermeister Lars Wicke (Freie Wähler) aus dem Gemeindeverwaltungsverband und des Magistrats standen auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung Grebenau. Die tagte am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Reimenrod.
 
Diskutiert wurde - wie fast immer - über die Breitbandverlegung, die auch im Gründchen auf sich warten lässt, wie Jens Hedderich, Vorsitzender der CDU-Fraktion, feststellte. "Am Ball bleiben", forderte Hedderich. Im Zusammenhang mit dem Bericht von Bürgermeister Wicke regte Heddrich an, dass man bei entsprechenden Arbeiten der Telekom, die demnächst anstehen, auch gleich die Hausanschlüsse mitversehen sollte. Unterstützt wurde er dabei von Michael Müller (Freie Wähler), der dies als schwierig bezeichnete. Trotzdem: "Dran bleiben", hieß die Bitte an den Verwaltungschef.
 
Dran bleiben muss der Gemeindeverwaltungsverband Grebenau-Feldatal-Schwalmtal-Romrod (GVV) auch an der Personalüberleitung, informierte Wicke, während seines Berichts aus dem Verband. Zum 1. Januar 2019 - wie vorgesehen - klappt es nicht. Denn: Die Vorschriften des Standesamtswesens sind durch den Landesgesetzgeber immer noch nicht "gemeindeverwaltungsverbandskonform". So kann die Überleitung des Personals der vier Gemeinden frühestens zum 1. Januar 2020 erfolgen, teilte Wicke mit.
Des Weiteren berichtete Wicke, dass der Magistrat die Installierung von Hot-Spots aus dem Programm "Digitale Dorflinde" in Grebenau abgelehnt hat. Der Grund sei einfach: Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht, erklärte Wicke. Bei einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro aus Landesmitteln für jeden Hot-Spot für ein sogenanntes öffentliches WLAN, würden sich die Kosten zwischen 1600 und 1800 Euro belaufen. Zusätzlich komme noch die monatliche Grundgebühr hinzu.
Darüber hinaus habe sich der Magistrat mit der Revitalisierung des Tiefbrunnens in Grebenau befasst. Außerdem habe der Magistrat beschlossen eine gemeinsame Gedenkfeier am Volkstrauertag 2018 im Zusammenhang mit der Erinnerung an 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges, 80 Jahre Reichspogrom-Nacht und zehn Jahre Synagoge Grebenau durchzuführen
 
Keine Staffelung
Einstimmig wurde die Neufassung zur Erhebung der Hundesteuer beschlossen. HFA-Vorsitzender Jens Hedderich (CDU) berichtete über die Beratungen. Danach wird für jeden Hund eine jährliche Steuer von 54 Euro fällig. Eine Staffelung bei mehreren Hunden des gleichen Besitzers, ist nicht möglich. Für sogenannte Listenhunde (Kampfhunde) beträgt die Hundesteuer künftig jährlich 660 Euro. Die Neufassung war nötig geworden, weil es bisher in Grebenau keine Listenhunde gegeben habe, dies sich aber in jüngster Vergangenheit geändert habe. Diskutiert wurde im Anschluss über mögliche Steuerbefreiungen für Hunde, die ausschließlich zum Schutz und der Hilfe blinder, gehörloser und sonst hilfloser Personen dienen. "Die Definition 'hilflose Personen' - wie in der Satzung ausgewiesen - alleine reicht nicht aus. Der Hund muss eine entsprechende Ausbildung haben", meinte die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Renate Herrmann. Diesem Gedanken widersprach der Fraktionsvorsitzende der Gründchen Liste (GL) Erhard Spohr energisch: "Diese hilflosen Personen haben schon genug Probleme." Daher forderte er eine "soziale Auslegung" in der Anwendung des entsprechenden Passus in der neuen Satzung. "Klar ist, Schoß-Hunde fallen nicht unter diese Regelung", entgegnete Wicke.
 

Zurück