Glitzer, Glamour, Grebenau

VON TRAUDI SCHLITT

Territoriale Ansprüche liegen im Trend, und da ist das Gründchen wohl ganz weit vorn. Denn die Narren des Turnvereins Frohsinn Grebenau hatten für die diesjährige Karnevalssitzung kurzerhand Las Vegas in die Johanniterhalle verlegt. Und die vielen Gäste feierten die „Vegas Nights“ mit viel Freude an kreativen Kostümen, närrischer Unterhaltung und ganz viel Spaß.

Grebenau – Fasching im Las-Vegas-Style hat die Narren im Gründchen begeistert: Wie gut die 270 Gäste im Publikum in Stimmung waren, zeigte sich schon bei der Luftballon-Challenge, mit der Michael Schmidt – einer der beiden Präsidenten und Mitglied des Grebenauer Zweierrats – schon vor dem offiziellen Beginn einheizte.

„Glitzern und Klotzen“ stand als Idee hinter dem diesjährigen Motto – und das wurde nicht nur im Bühnenbild bestens umgesetzt, sondern auch viele Gäste und natürlich die Moderatoren schwelgten in Pailletten aus Gold und Silber. Glanz und Glamour standen Pate bei allen Acts – viele von ihnen hatten einen direkten Las-Vegas-Bezug und nahmen die Gäste mit in eine närrische Welt.

Zunächst jedoch wurde es förmlich, denn Bürgermeister Lars Wicke übergab die Stadtschlüssel – nicht ohne einen gereimten Rückblick auf die Politik des vergangenen Jahres zu werfen, wie es zum Fasching dazugehört. Ob Friedrich Merz’ zunächst verpatzte Kanzlerwahl oder die macht- und geldgierigen Herren Trump und Infantino – sie und viele mehr nahm er auf die närrische Schippe. Ganze 18 Programmpunkte hatte die fast vierstündige Sitzung im Las Vegas des Gründchens, darunter viele schöne Tanzeinlagen. So ließen es die Funken und die Konfettis, die Grebenauer Garden, zu schneller Musik und lauten Rhythmen gewaltig krachen auf der Bühne in der Johanniterhalle; auch die Tanzmariechen und die „Hüpper“ hatten sich für die Sitzung mächtig ins Zeug gelegt und das Motto des Abends auf ihre Weise interpretiert. Höhepunkte der Tanzeinlagen waren am Ende des Abends der Showtanz der Konfettis und das Männerballett, das Siegfried und Roy samt jeder Menge weißer Tiger nach Grebenau zauberte. Das Publikum würdigte gerade die Tanzdarbietungen, die optisch und choreografisch ihresgleichen suchten, mit begeistertem Applaus.

Viel Lokalkolorit bei Reden und Sketchen

Durch den Abend führte gemeinsam mit Michael Schmidt sein Zweierratskollege Christoph Schweiner. Die beiden zeigten sich als gut eingespieltes Team, das mit Humor und Feierfreude die Mitwirkenden vorstellte und auszeichnete.

Für viel Lokalkolorit sorgte eine ganze Reihe an Reden und Sketchen: Die „Wahrsagerin“ (Melanie Kokel) hatte wie immer das ganze Jahr lang genau hingeschaut und gab viele Anekdoten zum Besten, in denen sich die eine oder der andere – auch im Saal – sicherlich wiedererkannte. Sie berichtete von einem „Ägypter“ an der Wahlurne, von einem Alt-Bürgermeister im 5-Uhr-Club des HR und von verschiedenen Reisemissgeschicken und Bau-Unglücken. All das verriet ihr ihre Kugel – und das nicht zum ersten und vermutlich nicht zum letzten Mal. Was der „Wahrsagerin“ entgangen war, das präsentierten die „Hüpper“ in ihrem überaus unterhaltsamen und gut protokollierten Sketch als fleischgewordene Whatsapp-Gruppe. Auch hier war Wiedererkennung erwünscht. Mit vielen weiteren witzigen Darbietungen schritt das Programm voran: Carsten Montanus präsentierte als „Mann von der Stiftung Warentest“ zweifelhafte Testmethoden und -ergebnisse, die Damen der „Alten Garde“ ließen das Publikum an ihren verzweifelten Versuchen teilhaben, mit verschiedenen Jobs ihre Heimreise aus Las Vegas zu finanzieren, wo sie ihr ganzes Geld natürlich verspielt hatten. Nicht minder unterhaltsam waren die Versuche von Melanie Kokel, Stefanie Weiß und Ramona Hofmann, mit ihrer Tanzeinlage in Las Vegas Fuß zu fassen. Dem Publikum vor Ort gefiel das auf jeden Fall, zumal allein die Kostüme schon ein Hingucker waren. Aus Schwarz waren Daniel Eidt und Renzo Geißel angereist, um als Duo „Herricht und Preil“ einen wortwitzigen und wortgewandten Sketch zu präsentieren. Für große Begeisterung sorgte im Lauf des Abends die Prämierung der besten Kostüme – die „neutrale Jury“ mochte es schwer gehabt haben, die besten drei auszuwählen und zur Abstimmung zu stellen, denn die Närrinnen und Narren im Gründchen hatten sich nicht lumpen lassen – sie kamen als Hippies oder Teufel, als Astronaut oder Cowgirl mit Pferd und natürlich als mondäne Casinobesucher. Und so lag es auf der Hand, dass eine „Kartenlady“ mit einem selbst gemachten Kostüm aus Spielkarten den ersten Preis in diesem Wettbewerb gewann.

Zwei weitere Büttenreden hatten noch Frank Mendera und Werner Schweiner parat, bevor mit den großen Abschlusstänzen der Abend endete. Gut 70 Mitwirkende hatten Spielfreude und Leidenschaft gezeigt und mit ihrem Einsatz für eine unvergessliche Faschingsparty in Las Vegas, sorry, Grebenau gesorgt.

Kostüme

Für die Kostüme der Tanzgruppe Konfettis gab es eine Spendenaktion – ein Dankeschön richteten die Narren an alle Spender für ihre Unterstützung: Firma Krug Udenhausen, Firma Stieler Udenhausen, Verpackungsservice Becker, Firma Event, Physiocenter Grebenau Mendera, Brotbäckerei Rüffer, Inhaber Daniel Eidt sowie die DRK-Ortsgruppe Grebenau.

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