Gastank droht zu explodieren

Während zwei Feuerwehrleute am Hydranten die Wasserzufuhr sicherstellen, wird im Einsatzleitwagen koordiniert. Fotos: Laibach

 

REIMENROD - Als es am vergangenen Samstag bei den Reimenrödern an der Tür klingelt, sind es nicht der Postbote oder Besucher, sondern es sind Feuerwehrmänner und -frauen, die die Bürger während einer Übung im Rahmen des Stadtfeuerwehrtages aus ihren Häusern evakuieren.
Kurz nach 14 Uhr schrillt die Sirene, Melder piepsen, die ersten Männer kommen angerannt: An einer Hecke brennt Gerümpel. Schon nach wenigen Minuten rücken die Feuerwehrmänner aus Reimenrod aus. Doch als sie an der Einsatzstelle ankommen, ist das Feuer bereits auf das benachbarte Holzhaus übergegriffen. Die Leitstelle alarmiert die anderen Wehren aus Grebenau nach, zudem trifft kurze Zeit später der Einsatzleitwagen 2 des Vogelsbergkreises ein. Diese technische Einsatzleitung koordiniert den gesamten Einsatz, bestimmt das weitere Vorgehen und gibt dies an die verschiedenen Abschnittsleiter weiter. Und dann muss alles ganz schnell gehen: Neben dem Haus, das mittlerweile im Vollbrand steht, befindet sich ein frei stehender Gastank. Er droht zu explodieren.
 
"Das ist ein Szenario, das hier in Reimenrod gut möglich ist. Viele Bürger verfügen noch über einen separaten Gastank neben dem Haus", erklärt Stadtbrandinspektor Michael Jahnel.
Drei Einsatzabschnitte wurden gebildet: Brandbekämpfung, Evakuierung und Betreuung der Evakuierten. Denn es steht sofort fest: 85 Anwohner aus Reimenrod müssen in einem Radius von 200 Metern evakuiert werden und ihre Häuser schnellstmöglich verlassen.
 
Zahlreiche Männer und Frauen aus den Grebenauer Feuerwehren marschierten von Haus zu Haus, klingelten bei den Bewohnern und forderten sie auf, ihr Haus zu verlassen. Mehr als 40 Bürger verließen für die Übung ihre Häuser und wurden zum Betreuungsplatz am Dorfgemeinschaftshaus gebracht, wo sie sich registrieren lassen mussten und mit Essen und Trinken versorgt wurden. Das Zelt am Dorfgemeinschaftshaus füllte sich allmählich.
Währenddessen kühlten die anderen Feuerwehrmänner und -frauen den Gastank, um ein Detonieren zu verhindern. Dazu errichteten sie aus sicherer Entfernung Wasserwerfer.
Durch starken Funkenflug mussten die Einsatzkräfte zudem weitere Brandstellen an bewachsenen Hängen löschen. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude musste verhindert werden.
 
"Wir sind überaus zufrieden mit dieser Übung. Vor allem konnten wir vieles für den Ernstfall mitnehmen - und wissen auch, wo wir vielleicht noch etwas üben müssen", sagte Stadtbrandinspektor Michael Jahnel bei der Übungsnachbesprechung, an der auch die evakuierten Bewohner teilnahmen. Insgesamt waren 62 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren der Stadt Grebenau im Einsatz sowie der Einsatzleitwagen mit einer Besetzung von sechs Einsatzkräften.
 

Zurück