Erinnerung an Martin Luther: Alte Steinbrücke erhält offiziellen Namen

Am 11. September fand die feierliche Namensgebung der alten Steinbrücke zum ehemaligen Johanniterkloster in Grebenbau statt. Im Beisein von Pfarrer Toralf Kretschmer und seinem Bürgermeisterkollegen, Herrn Märtz aus Doberschütz in Nordwest-Sachsen, enthüllte Bürgermeister Wicke das Schild "Martin-Luther-Brücke".

Dass Grebenau und Schwarz, die beiden größten Orte im Gründchen, am Lutherweg 1521 liegen, hat sich bei den Meisten bereits herumgesprochen. Ein ganz wesentlicher Grund dafür - der Aufenthalt von Martin Luther auf der Hin- oder Rückreise zum Wormser Reichstag 1521 - ist längst noch nicht allen bekannt.

Es ist sicher, dass Martin Luther nicht irgendwo gereist ist, sondern sich und seine kleine Reisegruppe der alten Heer- und Handelsstraße "durch die Kurzen Hessen" anvertraut hat. Schriftliche Belege für einen Aufenthalt des Reformators in Grebenau am 11. und/oder  30. April 1521 bei den Johannitermönchen im ehemaligen Kloster sind möglicherweise noch in den Archiven versteckt. Geschwächt durch seine Krankheit hat Martin Luther jedoch sicherlich keine Gelegenheit verstreichen lassen, um fachkundige Hilfe zu suchen. Wer, wenn nicht die Johannitermönche in Grebenau hätten ihm zwischen Alsfeld und Bad Hersfeld besser helfen können?

Zu Luthers Zeit war das Kloster, es wurde aus den Ruinen einer Wasserburg errichtet, von einem breiten Graben und Sumpfgelände umgeben. Ohne eine Brücke ging da gar nichts.

Auch heute ist es noch so, dass man über eine uralte steinerne Brücke gehen muss, um zum Rathaus der Stadt Grebenau zu gelangen, das heute in den alten Mauern des Johanniterklosters beheimatet ist.

Was liegt da näher, als dieser kleinen - bisher namenlosen Fußgängerbrücke - den Namen Martin-Luther-Brücke zu geben und damit an einen der bedeutendsten Besucher im Gründchen zu erinnern.

Den feierlichen Rahmen zur offiziellen Enthüllung des Namensschildes bildete das Stadtfeuerwehrfest an vergangenen Sonntag. Nach dem Festgottesdienst in der Johanniterhalle waren nicht nur viele Grebenauer Teilnehmer der Enthüllung, auch eine stattliche Zahl an Gästen der evangelischen Kirchengemeinde aus der Partnergemeinde Sprotta (Ortsteil von Doberschütz in Sachsen) mit Ihrer Pfarrerin Frau Edelgard Richter und Bürgermeister Roland Märtz waren zugegen. Sprotta hat mit den Grebenauer Stadtteilen etwas gemeinsam: Alle liegen am oder nur wenige Kilometer von einem Lutherweg entfernt und haben die Chance diese überregional bekannten Pilger- und Wanderwege auch touristisch zu nutzen.

Bürgermeister Lars Wicke (4. v. rechts) enthüllte am Sonntag, dem 17. September, gemeinsam mit Pfarrer Toralf Kretschmer (3. v. rechts) und Bürgermeister Roland Märtz (2. v. rechts) sowie vielen Gästen offiziell das Brückenschild "Martin-Luther-Brücke" im Rahmen einer kleinen Zeremonie.

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