Ein "Wow" für Spende aus Grebenau
6125 Euro plus X hat die "Tour der Hoffnung" von ihrem Stopp in Grebenau für krebskranke Kinder mitgenommen. Die Radfahrer der Tour wurden mit Volksfeststimmung empfangen.
GREBENAU - 6125 Euro plus X hat die "Tour der Hoffnung" von ihrem Stopp in Grebenau für krebskranke Kinder mitgenommen. Plus X ist der Betrag, den die Grebenauer noch in zwei Sparschweine geworfen haben und das tolle Ergebnis so noch steigerten. Mit nur einem Sparschwein trafen die Radfahrer und Radfahrerinnen samt dem Tross in Grebenau ein, verließen den Ort dann aber mit einem weiteren großen Sparschwein. Dazu später mehr.
Das Kirmes-Wochenende in Grebenau war ein optimaler Termin, bei dem die "Tour der Hoffnung" eine Pause auf dem Weg von Bad Hersfeld nach Fulda einlegen konnte. Denn dabei konnte die vorhandene Fest-Logistik genutzt werden, um die Radler mit Essen und Trinken zu versorgen und ihnen gleichzeitig ein Unterhaltungsprogramm zu bieten. Schon vor dem Eintreffen des Konvois hatten die evangelischen Posaunenchöre aus Grebenau, Udenhausen und Schwarz unter den Linden beim Festplatz ihren Platz gefunden, um die Gäste willkommen zu heißen. Unter der Leitung von Reinhold Falk gab es diesmal nicht das Aufspielen im Ort, wie es bei einer normalen Kirmes der Fall ist, sondern die Einwohner von Grebenau sowie weitere Gäste aus den Stadtteilen wurden mit einem Platzkonzert unterhalten. Derweil warteten die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr auf das Ankommen der etwa 160 Radfahrer, die für 11.55 Uhr angekündigt waren. Sie hatten mehrere Gruppen mit Absperrschranken zusammengestellt, wo die Fahrräder dann geparkt werden konnten. Von der Feuerwehr gab es die Information, dass mit einer Verspätung von rund zehn Minuten gerechnet werde. Ein Polizeifahrzeug sowie ein Promotion-Fahrzeug, das den Festplatz erreichte, kündigte die Sportler an. Diese nutzten aber nicht die vorgesehene Zufahrt, sondern wurden schon eine Einfahrt früher von Motorrad-Polizisten abgeleitet und kamen durchs "Hintertürchen" ans Ziel. Von den Musikanten willkommen geheißen, klatschen sie bei dem Musikstück eifrig mit. Dann ging es Richtung Grillstation, wo Gourmet-Griller Carsten Montanus mit seinem Team schon genügend Würstchen aufgelegt hatte, sodass praktisch im Sekundentakt die Rad-Akteure ihrer Bratwurst, auch in veganer Form, genießen konnten. Auch für genügend Getränke war gesorgt. Klar, dass die Radler sowie Begleiter kostenlos bewirtet wurden. Die grünen Tour-Trikots sowie bekannte Markennamen auf den T-Shirts zeigten, wer zu den berechtigten Personen gehörte. Nachdem sich alle gestärkt hatten, füllte sich das Kirmeszelt. "Hier spielt jetzt die Musik", rief Tour-Moderator Thomas Ernst ins Mikrofon und meinte weiter: "Die Tour der Hoffnung 2022, die 39. Tour, rollt für krebskranke Kinder durch Deutschland und jetzt auch bei Ihnen in Hessen. Wir freuen uns, bei Ihnen zu sein."
Als erste Prominente bat er die Eiskunstläuferin Marina Kielmann nach oben auf die Bühne und moderierte gemeinsam mit ihr das weitere Geschehen. Dann folgte der Grebenauer Bürgermeister Lars Wicke. Dieser hatte seinen Musikantenstuhl mit dem Platz auf der Bühne getauscht. "Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und das Zelt für die halbe Stunde aufgebaut", so der Bürgermeister. "Dann haben wir gestern, heute und morgen noch die Kirmes drangehängt." Und schon hatte er die Lacher auf seiner Seite. Das Publikum erfuhr, dass Rathauschef Lars Wicke schon seit 35 Jahren als Musiker unterwegs ist und beim Posaunenchor das Flügelhorn bläst. Gleichzeitig machte Wicke Werbung für seine Stadt und stellte die dort wohnenden Menschen heraus, die sich für eine gute Sache begeistern ließen. Dabei warb er auch für günstige Bauplätze und dass jede Familie aktuell einen Kindergartenplatz bekommen könne.
Danach füllte sich die Bühne mit weiteren Prominenten. Mit Fußballer Jupp Kappelmann, mit Turner Eberhard Ginger, mit Ex-NOK-Präsident Klaus Steinbach (NOK steht für Nationales Olympisches Komitee), mit Ruderin Nicole Faust, mit Hessenschau-Moderator Andreas Hieke, mit Marathonläuferin Claudia Dreher, mit Speed-Skater Michael Puderbach, mit Radfahrer Klaus-Peter Thaler, mit Michel Descombes, bekannt als Spendensammler bei der "Tour der Hoffnung" und mit seiner roten Nase und Clownskostüm unverkennbar, und zuletzt die vielleicht wichtigste Person, nämlich mit Schirmherrin Petra Behle.
"Schon seit 1985 sammeln wir Geld unter anderem auch für die Kinderkrebshilfe", erklärte zunächst Bürgermeister Wicke und verwies auf den stolzen Betrag von rund 140 000 Euro, die durch Veranstaltungen in der Großgemeinde als Gesamtsumme bisher gespendet wurden.
HINTERGRUND
Die "Tour der Hoffnung", eine der größten, privat organisierten Benefiz-Radtouren, hat Halt im Vogelsberg gemacht. Zum 39. Mal traten 160 Teilnehmer, darunter auch namhafte Sportler, Politiker, Manager, Ärzte, kräftig in die Pedale, um Spenden für krebskranke Kinder zu sammeln. Am Samstag gab es auf der Tagesstrecke von Bad Hersfeld nach Fulda gleich drei Stationen im Vogelsbergkreis - in Grebenau, der Kreisstadt Lauterbach und in Schlitz. In der Lauterbach kamen dabei rund 15 000 Euro zusammen, in Grebenau mehr als 6000. (red)