Der Regen kam, die Stimmung blieb

Premiere mit Pauken, Bläsern und Petrus: Grebenauer Posaunenchor feiert gelungenes Open-Air-Konzert

Grebenau –Grebenau feierte am Freitagabend eine Premiere, bei der es nicht nur der Posaunenchor krachen ließ. Als die vielen Besucher beim ersten Open-Air-Konzert lange Zeit die Musik und die herrliche Atmosphäre am Alten Amthof genossen, waren zunächst alle der gleichen Meinung wie Bürgermeister Lars Wicke: „Das Gewitter zieht vorbei.“ Tat es aber Mitte des zweiten Konzertteils dann doch nicht, als Petrus die Himmelsschleusen für einen Wolkenbruch öffnete. Wie praktisch, dass die Johanniterhalle nach dem flotten Umzug den idealen Fortsetzungsort bildete. Open air meets Hallenkonzert: Der Chor nahm es ebenso wie das Publikum ohne Murren hin, der Stimmung tat es angesichts der musikalischen Leistung keinen Abbruch.

 

Im Gegensatz zu den klassischen Konzerten des evangelischen Posaunenchors in der Grebenauer Kirche durfte es bei der Open-Air-Premiere etwas lockerer zugehen. Neben der Musik sollte das Zusammenkommen der Menschen in einer gemütlichen Sommerabendatmosphäre den Auftakt zu weiteren derartigen Open-Air-Konzerten bilden: Man darf sich zwischendurch Getränke oder ein Grillwürstchen holen, auch mal mit dem Nachbarn reden und dennoch die vielseitige Darbietung der Bläser genießen. Bürgermeister Lars Wicke und der musikalische Leiter des Grebenauer Posaunenchors, Peter Kostenis, waren begeistert von der Resonanz der vielen Zuschauer, die den füllten und das konkret auf Fortsetzung angelegte Konzept wie erhofft aufgehen ließen.

Mit leicht gemischten Gefühlen lauschte Klaus Kalbfleisch dem Konzert. „Mein Herz blutet schon ein wenig“, gestand er ein. Hintergrund: Der Biebener besetzt normalerweise die erste Trompete, war aber durch eine kleine OP an der aktiven Mitwirkung verhindert. „Dieser Rahmen ist eine super Idee, und der Chor liefert eine tolle Leistung.“ Dem stimmte auch Chorleiter Peter Kostenis in der Pause zu: „Der Chor war bei Bekanntwerden dieses Formates trotz der Ferienzeit hoch motiviert und konzentriert, und das merkt man auch beim Spielen.“ Der erste Teil des Konzertes bot ein Blasmusik-Spektrum von Polka und Märschen bis zum „Böhmischen Traum“, bevor es in Teil 2 zur Sache ging: Musikalisch wurde mit der Filmmusik „Axel F“, dem folgenden ABBA-Medley und dem knalligen „Eye of the Tiger“ das Tempo erhöht. Dieses Tempo brauchte es dann bei Musikern und Publikum auch erst recht beim Umzug in die Johanniterhalle, als sich nach vorherigem Donnergrollen der Wolkenbruch doch noch abrupt entlud. Man nahm es gelassen, und der Basstuba spielende Pfarrer Toralf Kretschmer brachte es mit dem Applaus des Publikums auf den Punkt: „Die Noten sind jetzt zwar verwaschen, aber wir müssen dankbar sein für den Regen.“

Die verbleibenden Werke profitierten obendrein von dem noch volleren Orchestersound in der Halle, passend zum fulminanten „Let’s Get Loud“, dem flotten „Karma Chameleon“ und dem „König der Löwen“. Eine unfreiwillig turbulente Premiere fand ein grandioses Finale: Die Zuschauer forderten zwei

 

Zugaben ein und wurden mit dem nochmaligen „Let’s Get Loud“ und dem Egerländer-Klassiker „Auf der Vogelwiese“ als Sahnehäubchen belohnt. Die zwischenzeitlich durchnässten Musiker waren wieder getrocknet und konnten mit den Gästen den Abend ausklingen lassen, wie er begonnen hatte: open air. Der zweite Termin dieser Art an gleicher Stelle steht bereits fest: Am 4. September lädt der Posaunenchor Schwarz mit seiner Egerländer Blasmusik zum Konzert an den Alten Amthof ein. Das Grebenauer Ensemble hingegen ist bereits am 14. August wieder in Aktion: dieses Mal im leer gepumpten Alsfelder Hallenbad in einem Zusatzkonzert der Reihe„BäderKultur“.  

Quelle: pm - Oberhessische Zeitung-Gerd Ochs

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